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Der Bleistift der Freiheit

Der deutsch-türkische Journalist Denis Yücel sitzt zurzeit in der Türkei in Haft. Das Zitat von George Orwell lautet auf deutsch: „Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

Wenn du anderer Meinung bist als deine Freundinnen und Freunde, kannst du es einfach sagen. Und wenn du etwas wissen möchtest, darfst du dir die Informationen frei und ungehindert beschaffen. Natürlich gilt das nur, solange du dich mit dem, was du sagst, an die Verfassung hältst und niemandem Leid zufügst.

Auf dieser Grundlage können Journalisten und Blogger die Arbeit der Regierung kritisch beobachten und unabhängig darüber berichten. Wenn sich ein deutscher Politiker beispielsweise bestechen lassen würde, könntest du dir Informationen darüber beschaffen und darüber bloggen. Der Politiker könnte dann vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden. Du als Journalist hättest nichts zu befürchten.

Die Rechte auf Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Informationsfreiheit gewährleisten, dass du als Bürger deines Landes kontrollieren kannst, ob sich die Regierung an die Gesetze hält und die Rechte der Bürger achtet. Das ist nicht überall so, und es war auch in Deutschland nicht immer so.

Ein ganzer Stapel freier Presse

In vielen Ländern der Welt gibt es Diktatoren, die keine freie und unabhängige Berichterstattung wollen. Denn wenn Menschen erfahren, dass ihre Regierung für Unrecht verantwortlich ist, beginnen sie, Widerstand zu leisten und Dinge zu verändern.

Diktatoren wollen regieren, wie es ihnen selbst passt. Kritik an ihrer Politik wollen sie nicht sehen oder hören. Sie haben Angst, dass sich die Bürger ihres Landes gegen sie wenden, sobald aufgedeckt wird, dass der Diktator seine Macht missbraucht, um sich zu bereichern oder die Bürger zu unterdrücken. Deshalb wollen Diktatoren selbst bestimmen, wer was sagen oder schreiben darf. Artikel, die dem Diktator zusagen, dürfen verbreitet werden. Artikel, die dem Diktator nicht gefallen, werden dagegen verboten. Man spricht dann von Zensur.

Auch Blogger werden vielfach unterdrückt.

Diktatoren versuchen immer wieder, die Arbeit unabhängiger Journalisten und Blogger zu behindern. Stell dir vor, dass der Diktator von jemandem bestochen worden wäre. Natürlich würde der Diktator alles tun, um zu verhindern, dass du als Journalist oder Blogger die Informationen bekommst und sie veröffentlichst. Man droht dir vielleicht zuerst mit dem Verlust deiner Arbeitsstelle. Wenn du den Mut und die Möglichkeit hast, weiter zu arbeiten, wird dir mit Gefängnis gedroht. Wenn du immer noch weiter arbeitest, wirst du unter einem Vorwand tatsächlich verhaftet und aus dem Verkehr gezogen. Schließlich soll niemand erfahren, dass der Diktator bestochen wurde.

Tatsächlich sitzen weltweit mehr als dreihundert Journalisten und Blogger im Gefängnis, weil sie Artikel veröffentlicht haben, die den Machthabern nicht gefallen haben.

Auch wenn Menschen manchmal Dinge äußern oder schreiben, die nicht jedem gefallen, ist es wichtig für das Funktionieren einer Gesellschaft, dass der andere sagen darf, was er will. Natürlich muss auch der andere sich bei dem, was er sagt, an die Verfassung halten und die Freiheit der anderen respektieren. Die Freiheit, sagen zu dürfen, was du möchtest, ist ein so kostbares Gut, dass der französische Philosoph Voltaire einmal sagte: „Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht,aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“

Der Bleistift der Freiheit

Falls du noch mehr zur Pressefreiheit und zur Meinungsfreiheit lesen möchtest, gibt es hier noch zwei Leseempfehlungen für dich: In dem Lucky-Luke-Band „Der Daily Star“ hilft der Mustercowboy Lucky Luke einem Reporter, die Unabhängigkeit der Presse zu verteidigen.

Und in der Geschichte „Der Aufsatz“ von Antonio Skármeta trickst ein kleiner Junge in einer Diktatur einen Hauptmann aus, um seine Eltern vor Verfolgung zu schützen.

Antonio Skármeta – Der Aufsatz, deutsch von Willi Zurbrüggen, Cecilie Dressler Verlag, Hamburg, 2003. Coverbild veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Oetinger.

 

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Was der Eisbär so drauf hat…

© Chris Ella Dick 2018

Ein amerikanisches Forscherteam hat einige Eisbärinnen betäubt und ihnen Halsbänder mit Kameras umgebunden. Die Forscher hofften, anhand der von den Bärinnen persönlich gedrehten Aufnahmen besser zu verstehen, ob und wie sich der Klimawandel auf das Leben der Eisbären auswirkt.

Um zu überleben, müssen Eisbären alle 10-12 Tage eine Robbe verputzen. Weil das Packeis immer früher schmilzt, müssen die Bären immer weiter über das Eis wandern, um Beute zu finden.

Das Wandern über das Eis kostet die Eisbären viele wertvolle Kalorien. Müssen die Tiere wegen des immer schneller schmelzenden Eises weitere Strecken zurücklegen, verlieren sie zuviel Gewicht. Tatsächlich fanden die Forscher anhand der Video-Aufnahmen heraus, dass die Bären für ihre Nahrungssuche noch weitere Distanzen zurücklegen mussten als zuvor angenommen.

Einige der von den Eisbärinnen gedrehten Aufnahmen der Arktis könnt ihr euch in diesem Youtube-Clip anschauen.

Wenn ihr nach dem Anschauen des Clips bis über beide Ohren in die Eisbärinnen verliebt seid und ihnen helfen möchtet, könnt ihr beispielsweise beim WWF gegen Kohlekraftwerke unterschreiben oder das Greenpeace-Projekt „Safe the Arctic“ unterstützen.

Quelle: itv.com

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Wie du herausfinden kannst, ob der Grizzly in deinem Lieblings-Video wirklich echt ist

© by Chris Ella Dick 2018, Quellen: Sebastian Schaffstein, Christina Wolf, ARD Alpha.

Wenn du noch mehr falsche Bären und Löwen enttarnen möchtest, schau dir unbedingt das Video von Sebastian Schaffstein an. Wenn du außerdem wissen möchtest, wer eigentlich etwas davon hat, falsche Videos und Nachrichten zu posten, schau dir den zweiten Clip mit Christina Wolf an. Und psssst… falls du nach der Lektüre des Comics entschieden hast, nur noch an Videos zu glauben, die du selbst gefälscht hast: In Sebastians Clip  erfährst du auch, wie du einen Lionel-Messi-Super-Duper-Mega-Torschuss ganz einfach selbst fälschen kannst.